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Detailliert – Blizzard Entertainment leitet Schritte gegen Nostalrius ein
Nostalrius

Detailliert – Blizzard Entertainment leitet Schritte gegen Nostalrius ein

Der Anbieter für den privaten WoW-Server „Nostalrius“ stellt seinen Dienst ein

Die sogenannten „Private-Server“, d. h. inoffizielle World-of-Warcraft-Server, sind seit längerem ein Problem für Blizzard Entertainment. Anders als bei echten Blizzard Inhalten, sind diese unerlaubten Kopien in der Regel von minderer Qualität und auch brauchen Spieler auf ihnen keine fixen Abo-Gebühren zu bezahlen. Blizzard entgehen dadurch Einnahmen, die sie selbst benötigen, um World of Warcraft weiter zu entwickeln. Auch besteht die Gefahr, dass der Ruf des Unternehmens beschädigt wird, da Spielern, die bislang nur Erfahrungen auf privaten Servern erlangt haben, die Qualität des Originals unbekannt bleiben könnte. Viele Jahre wurden diese Betreiber selten belangt, bis jetzt der größte Anbieter „Nostralius“, zusammen mit dem Anbieter OVH, eine Klageankündigung erhalten hat. Nostralius stellt daraufhin zum 10.04.2016 seinen Dienst ein und erstellte gleich zusätzlich zu der Ankündigung eine Pedition an Mike Morhaime, den Geschäftsführer (CEO) von Blizzard Entertainment.

Ein Mix aus Kopie und selbst gebastelt

Nostarlrius Client
Nostarlrius Client

Private Server bestehen im Gegensatz zu den offiziellen Realms von Blizzard aus nachgebauten Versionen mit einem Mix aus original Inhalten und eigener Software, die diese ähnlich erscheinen lässt. Bedingt durch die notwendige Zeit Inhalte zu kopieren und lauffähig zu machen, sind die Versionen der privaten Server immer älter, als der aktuelle Patchstand des Originals von Blizzard. Da vorherige Versionen wie World of Warcraft-Vanilla und -Burning Crusade jedoch noch immer viele Liebhaber besitzen und Blizzard Entertainment mehrfach aussagte, dass:  >> „klassische Versionen nicht eingeführt werden„<<, erfreuen sich diese Server besonderer Beliebtheit.

Eine Illusion für die Liebhaber des Gestern!

Insbesondere Spieler, die der „alten“ Zeit nachtrauern, verkennen oftmals, dass ein privater Server tatsächlich nie das sein kann, was sie damals gespielt haben. Aktualisierungen und Bugfixe, die es damals nicht gegeben hat, Gegenstände, Werte und andere Anpassungen werden von den Betreibern nach eigenem Ermessen selbst eingefügt, so dass auch hier das originale Spielerlebnis von früher nicht vorhanden sein kann. World of Warcraft ist im Original immer noch eine kontinuierliche Entwicklung.

Entwicklung des Besucherstroms
Entwicklung des Besucherstroms

Im Fall von Nostalrius wurde Spielern eine umgebaute „CMaNGOS“ Version von World of Warcraft 1.12.1 Vanilla auf 4 Servern angeboten. In ihrem einjährigen Bestehen, stieg die Anzahl der Nutzer explosionsartig, so dass in Stoßzeiten alleine in den Foren bis zu 2357 Spieler gleichzeitig unterwegs sind (was möglicherweise sogar die Reichweite der offiziellen World of Warcraft Foren derzeit übersteigen könnte). Auch aufgrund des hohen Zustroms, wird sich Blizzard Entertainment gezwungen gesehen haben Maßnahmen zu ergreifen, denn immerhin handelt es sich hierbei um eine unerlaubte Verwendung ihrer Werke.

Eine ungeschickte Entscheidung der Betreiber hinter Nostalrius dürfte gewesen sein, die Urheberrechte von Blizzard Entertainment an World of Warcraft auf ihrer Website anzugeben, denn dies kann als Eingeständnis gewertet werden, dass sie sich bewusst waren, wer die wahren Rechte an dem Spiel mit seinen Inhalten besitzt. Eine unklare Rolle dürfte auch der Anbieter „OVH“ spielen, der die Server bereit stellte, um den Spielbetrieb von Nostalrius zu gewährleisten. Während das erste Finanzierungsmodel noch auf direkten Spenden basierte, war es ab 8. März 2016 möglich, direkt das Geld an OVH für die Hardware zu senden.

Unbekanntes Finanzierungsmodel

Während Gelder der Nutzer zuletzt als Spende direkt an den Serveranbieter von Nostalrius -„OVH“ gesendet werden konnten, um die Hardwarekosten zu bezahlen, ist unbekannt ob anderweitige finanzielle Mittel an die Betreiber geflossen sind. Der Schaden an Blizzard Entertainment dürfte in mehrfacher Millionenhöhe liegen, da nach Angaben der Nutzer in Stoßzeiten bis zu 15 000 Spieler gleichzeitig online gewesen sind, ohne dabei Abo-Gebühren an Blizzard Entertainment zahlen zu müssen.

Veröffentlichung aller Spielerdaten

In ihrem Abschiedsbrief an die Spieler kündigen die Betreiber ungewöhnliche Maßnahmen an, die nicht nur ihnen noch mehr rechtliche Schwierigkeiten einbringen können, sondern auch den eigenen Nutzern. Nach eigenen Angaben wird man den Quellcode der Software sowie die anonymisierten Nutzerdaten veröffentlichen, so dass dieses Projekt an anderer Stelle fortbestehen kann.

Today is also the day where Nostalrius will start being community-driven in the truest sense of the word, as we will be releasing the source code, and anonymized players data (encrypting personal account data), so the community as a whole will decide the form of the future of Nostalrius.

Besonders brisant daran ist, dass die Passwörter der Nutzer angeblich mit einem so genannten „Hash-Verfahren“ gesichert sind, IT-Spezialisten diese jedoch unter Umständen in Sekunden mit den so genannten Regenbogentabellen entschlüsseln könnten.

Vor dem US- amerikanischen FBI verstecken

Wie tief die Kriminalität in den Kreisen der oft verharmlosten privaten Servern fortgeschritten ist, zeigen verschiedene Ideen in den Foren des Betreibers. Ein Nutzer, der sich als einer der Entwickler von CMaNGOS, der eigentlichen Server-Software, ausgibt, rät sogar die Server in der Ukraine oder anderen Ländern zu verwalten, um damit den Behörden, insbesondere dem FBI, zu entkommen. Viele der Nutzer des Servers haben zudem kein Verständnis für die Maßnahmen von Blizzard Entertainment. Ein Nutzer ist sogar so weit gegangen, mit Bombenanschlägen auf die Hauptgeschäftsstelle in Irvine zu drohen. Dass die Arbeit in Artwork, Ideen, Modelle und Töne von Mitarbeitern von Blizzard Entertainment stammen und unerlaubt verwendet werden, spielt bei allen Diskussionen scheinbar auch keine Rolle.

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Ein Kommentar

  1. Ach waren das noch Zeiten, als man alleine wegen der Emulation an dem Code gearbeitet hat, wo Spielerzahlen kaum jemanden interessiert und man sich eher über ein weiteres funktionierendes System gefreut hat.
    Als dann mit dem WotLK Release das ganze immer kommerzieller wurde, konnte man der Community praktisch beim absaufen zugucken, jeder war nur mit seinen Projekt beschäftigt, Code oder Ideen wurden kaum noch geteilt und wenn, dann meist gegen Geld angeboten :S

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