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Interview mit Watcher über den Handel mit Gold in Patch 6.1.2
WoW Gold

Interview mit Watcher über den Handel mit Gold in Patch 6.1.2

Interview mit Watcher über den Handel mit Gold in World of Warcraft

Der Handel mit Gold in WoW ist strikt verboten und wurde von Spielern gleichermaßen wie Blizzard abgelehnt. Heute morgen brach Blizzard Entertainment dieses Gesetz, welches seid Beginn von World of Warcraft vor 10 Jahre ein absolutes Tabu war.  Der Handel von realer Währung, wie Euro, wird nun gegen virtuelle Währung möglich und funktioniert bald über ein Token System. Bei diesem System können Spieler gegen Geld so genannte „Spielzeit -Token (Marken)“ kaufen und gegen das Gold anderer Spieler eintauschen.

Es gab schon Versuche

Blizzard Entertainment versucht auf diesem Wege aktiv gegen so genannte Goldseller vorzugehen,-  also jene Anbieter die virtuelles Gold stehlen oder erschummeln und dann an Spieler gegen echtes Geld weiterverkaufen. Diese Methode den Markt von Goldhandel selbst zu beherrschen ist bei Blizzard Entertainment nicht neu, ein ähnliches Prinzip gab es schon in Diablo3 über das Echtgeldauktionshaus und wurde intern als Absolutes Desaster*1 bezeichnet. Die Versuche in Diablo 3 führten weder dazu das Spam der zwielichtigen Anbieter aufhörte, noch das Spieler etwas von ihnen kauften. Letztendlich musste das Echtgeldauktionshaus eingestellt werden und der komplette Handel mit Gold unter Spielern entfernt werden.

Der Handel von Spielzeit gegen echte Währung bringt Vorteile und Nachteile, ist jedoch eines der größten Risiken die Blizzard Entertainment eingehen wird. Die Website venturebeat.com konnte ein Interview mit  lead game designer  Ion “Watcher” Hazzikostas führen. Das vollständige Interview findet Ihr in Englischer Sprache hier.

Er weiß darüber bescheid

Als Watcher über das Debakel mit dem Diablo3  Auktionshaus gefragt wurde, bestätigt er dieses zu wissen. Ebenso sieht er Gefahren das Spieler die Märkte dominieren könnten und das kommende Token Prinzip Auswirkungen auf Equipment für Schlachtzüge und das Auktionshaus hat.

Bald in 6.1.2

Bevor er weiter auf den Goldhandel eingeht, erwähnt Watcher, dass die Spielzeit-Token mit Patch 6.1.2 innerhalb eines kleinen Patches eingeführt werden. Hierbei soll es nicht all zu lange dauern. Wie viel die Marke kosten wird steht derzeit noch nicht fest,- es wird jedoch nicht weitaus teuerer als die übliche Spielzeit aber auch nicht günstiger.

Das Prinzip

Ein Spieler kauft über den so genannten „Ingame Shop“ die Spielzeitmarke. Diese ist anschließend an den Spieler gebunden, kann weder gehandelt noch verschickt werden. Jetzt kann er es in das World of Warcraft Auktionshaus einstellen. Der Preis wird hierbei automatisch festgelegt und er wird bei dem Verkauf exakt den Preis erhalten für den er es eingestellt hat. Es wird nicht die Möglichkeit geben Gebote abzugeben, jeder Preis ist fest. Wer sich dieses Token dann kauft, zahlt einen präzisen Preis und kann es sofort dem Account gut schreiben. Ein weiteres einstellen ist nicht mehr möglich, auch nicht als Geschenk oder zum Handel.

Ausgelaufene Accounts

Spieler die einen ausgelaufenen Account besitzen müssen sich nicht direkt in den Charakter einloggen, sondern können direkt in der Auswahl sich ein Spielzeit Token kaufen und es sich gut schreiben lassen. Hierbei werden sie den Knopf „Mit Gold Reaktivieren“ sehen können.

Algorithmen bestimmen den Wert

Der Goldwert den Spieler erhalten, wenn sie Token in das Auktionshaus stellen, ist zwar im Moment des Einstellens fix, richtet sich allerdings nach Tagessätzen. Laut Angaben von Watcher bestimmt ein Algorithmus anhand der Angebote und Nachfrage den Tagespreis. Sollte der Tagespreis sinken nachdem ein Token eingestellt wurde erhält der Verkäufer oder der Käufer immer noch den festen Preis. Der Unterschied wird von Blizzard Entertainment kompensiert. „Natürlich“,- so Watcher,- „wird ein wenig Gold erzeugt und ein anderer Teil bei diesem Prinzip zerstört, es geht uns jedoch um Sicherheit“.

Der Start

Wie viel ein Token wert ist, wird Blizzard am Anfang festlegen, anschließend werden die Märkte selbst die Entwicklung bestimmen, auch ist ihnen bewusst, dass diese sich regional unterscheiden können. „Europa und Amerika sind sich  sehr ähnlich. In Taiwan und Korea wird hingegen viel mehr Gold bezahlt und es gibt Trends, wesentlich mehr Gold zu farmen um Spielzeit zu erwerben“,- so Watcher. Damit Drittanbieter nicht erneut attraktiver werden, wird Blizzard die Goldpreise von diesen beobachten und diese Informationen mit in das System einfließen lassen. Es ist übrigens das erste Mal das ein Auktionshaus über Regionen hinweg funktionieren wird.

In anderen Spielen schon längst eingeführt

Nach Angaben von Watcher beobachtet Blizzard auch andere Spiele und schaut sich an wie deren Systeme mit Spielzeit umzugehen funktionieren und sich entwickeln. „Ich denke das grade Eve [Online] Pioniere auf diesem Gebiet sind, Wildstar führte dieses vor kurzem mit C.R.E.D.D ein und diese Systeme des Spielzeithandels liefen sehr erfolgreich“. „Wir haben uns das ganze länger angesehen und denken, dass die Zeit gekommen ist dieses bei uns einzuführen und um damit den Spielern eine bessere Erfahrung  zu ermöglichen“. Blizzard selbst kündigte dieses Vorhaben einige Male an und erkannte, dass das Feedback der Spieler nicht all zu negativ war, auch das es viele es gerne nutzen würden.

Die Erfahrungen mit Diablo 3 einfließen lassen

Diablo 3 Echtgeldauktionshaus
Diablo 3 Echtgeldauktionshaus

Als man in Irvine – Kalifornien (Hauptsitz von Blizzard Entertainment) damit begonnen hatte das Tokensystem zu entwickeln, schaute man sich einiges von dem gescheiterten Diablo 3 Echtgeldauktionshaus ab und ließ die negativen Erfahrungen in das Design mit einfließen. Im Unterschied zu Diablo 3 wird es über Gold nicht viele Gegenstände geben die man erwerben kann. In Diablo 3 bestimmten jedoch hauptsächlich die hochwertigsten Gegenstände den Handel. „Seit Tag 1 in World of Warcraft müssen Spieler die besten Gegenstände selber mühsam erarbeiten, sei es mit Eroberungspunkten, Schlachtfeldern oder dem Töten von Drachen“,- „Du musst dir das selbst erarbeiten, das gibt es nicht gegen Gold“, so Watcher.

Das Schwarzmarktauktionshaus

Hierbei gibt es jedoch noch Ausnahmen, so können hochwertige Ausrüstungsgegenstände im Schwarzmarktauktionshaus erworben werden,-  auch auf dieses Thema geht Watcher ein. „Es gibt eine handvoll von Gegenständen die in diese Kategorie fallen, ich denke wir müssen ernsthaft ein paar Dinge überdenken ,insbesondere das „Beim Anlegen gebundene“ und einiges im Schwarzmarktauktionshaus und die Gegenstandsstufen die dort verfügbar sind.

Nach Watchers Meinung keine großen Auswirkungen

Watcher sieht keine großen Auswirkungen auf den In-Game Markt, da das resultierende Gold nicht erbotet wurde. Außerdem wird die Anzahl der Angebote nicht sonderlich verkleinert, auch wenn die Goldseller und Boter aus dem Markt verschwinden könnten, da diese sowieso hauptsächlich mit echter Währung gehandelt haben. „Weil wir sie regelmäßig verbannen, farmen sie nicht typischerweise Gegenstände oder stellen welche her, die sie verkaufen können, denn sie werden typischerweise schon verbannt, bevor diese Gegenstände verkauft wurden“,- so Watcher. „Sie haben eine kurze Lebenserwartung und ich hoffe dass Ihr Leben härter wird“.

Kaufen Schneller als Verkaufen

Das Kaufen von Token wird sofort möglich sein, bei dem Verkaufen gibt es eine kleine Verzögerung, denn hier werden alle eingestellten Angebote noch einmal von Blizzard geprüft, um Betrug ausschließen zu können.

Mögliche Ausweitung auf andere Gegenstände

Auf die Frage ob auch andere Gegenstände überregional in der Zukunft verkauft werden könnten gibt Watcher an, dass es keine konkreten Pläne dafür gibt, aber sie erstmalig nun die Möglichkeit dazu haben dieses einzuführen, auch wenn sie es erstmal nicht gleich machen werden.

Wächterjunges, kaum Erfolgreich

Das Wächterjunge! Süß aber nicht Erfolgreich
Das Wächterjunge! Süß aber nicht Erfolgreich

Vor einiger Zeit experimentierte Blizzard schon einmal mit einem kontrollierten Goldhandel über das Haustier „Wächterjunges“. Dieses Haustier konnte im Shop gekauft werden und innerhalb des Spieles gegen Gold verkauft werden. Dieses Prinzip war wenig erfolgreich und wurde daher letzten Sommer eingestellt. „Es gibt einige Leute die möchten Haustiere, andere wiederum nicht und daher war es sehr inkonsistent. Typischerweise kaufen sich Spieler die Haustiere , möchten diese frühzeitig und dann fällt der Marktpreis“. Ein Abo ist jedoch grundsätzlich für jeden interessant.“

Quelle: http://venturebeat.com/2015/03/02/world-of-warcrafts-new-real-money-for-gold-effort-brings-more-free-to-play-to-blizzards-cash-cow/
*1 Quelle: Glassdoor

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