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Die Geschichte von Warcraft

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3. Kapitel: Der Untergang von Draenorshaman

Kil’jaeden und der Schattenpakt

Etwa zur Zeit von Medivhs Geburt auf Azeroth brütete Kil’jaeden der Betrüger in der wirbelnden Netherwelt inmitten seiner Anhänger düster vor sich hin. Der listenreiche Dämonenfürst schmiedete auf Geheiß seines Meisters Sargeras Pläne für eine zweite Invasion der Brennenden Legion in Azeroth. Diesmal würde er keine Fehler dulden. Kil’jaeden überlegte sich, dass er eine neue Streitmacht brauchte, um Azeroths Verteidigung zu schwächen, bevor die Legion wieder einen Fuß in die Welt setzen konnte. Wenn die sterblichen Völker wie zum Beispiel die Nachtelfen und Großdrachen gezwungen wären, dieser neuen Bedrohung zu begegnen, wären sie zu schwach, um ernsthaften Widerstand zu leisten, wenn die wahre Invasion der Legion beginnen sollte.

Etwa zu dieser Zeit entdeckte Kil’jaeden die fruchtbare Welt Draenor, die friedlich inmitten des Großen dunklen Jenseits schwebte. Draenor, Heimat der schamanistischen, in Klans organisierten Orcs und der friedliebenden Draenei, war ebenso idyllisch wie groß. Die edlen Klans der Orcs streiften durch die offenen Prärien und frönten der Jagd, während die erfinderischen Draenei simple Städte in den hohen Klippen und Gipfeln ihrer Welt bauten. Kil’jaeden wusste, dass Draenors Bewohner ein gewaltiges Potenzial hatten, der Brennenden Legion zu dienen, wenn man sie entsprechend erziehen konnte.

Kil’jaeden sah, dass von den beiden Völkern die kriegerischen Orcs anfälliger für die Verderbnis der Legion sein würden. Er zog Ner’zhul, den Schamanenältesten der Orcs, in seinen Bann, so wie Sargeras in früheren Zeiten Königin Azshara verblendet hatte. Der Dämon missbrauchte den listigen Schamanen als Werkzeug für seine Pläne und verbreitete Kampflust und Blutrausch unter den Klans der Orcs. Es dauerte nicht lang, und aus dem spirituellen Volk waren blutrünstige Monster geworden. Kil’jaeden drängte Ner’zhul und sein Volk zum letzten Schritt: Sie sollten sich ganz auf Tod und Krieg konzentrieren. Doch der alte Schamane, der spürte, dass sein Volk auf immer und ewig Sklaven des Hasses sein würde, widersetzte sich dem Befehl des Dämons.

Durch die Weigerung Ner’zhuls frustriert, suchte Kil’jaeden nach einem anderen Orc, der sein Volk der Legion in die Hände spielen würde. Schließlich fand der gerissene Dämonenfürst den willigen Anhänger, den er gesucht hatte: Ner’zhuls ambitionierten Lehrling Gul’dan. Kil’jaeden versprach Gul’dan unaussprechliche Macht als Gegenleistung für seinen unbedingten Gehorsam. Der junge Orc wurde zu einem fleißigen Schüler der Dämonenmagie und wuchs zum mächtigsten sterblichen Hexenmeister aller Zeiten heran. Er unterrichtete andere junge Orcs in den arkanen Künsten und trachtete danach, die schamanistischen Traditionen der Orcs zu tilgen. Gul’dan zeigte seinen Brüdern eine neue Form der Magie, eine schreckliche neue Macht, die nach Verdammnis roch.

Kil’jaeden, der seine Macht über die Orcs festigen wollte, half Gul’dan dabei, den Schattenrat zu gründen, eine geheime Sekte, die die Klans manipulierte und die Anwendung von Hexenmeistermagie in ganz Draenor förderte. Mehr und mehr Orcs bedienten sich der Hexenmeistermagie, bis die blühenden Felder und klaren Bäche von Draenor schwarz wurden und abstarben. Nach und nach verwitterten die weiten Prärien, die einst über Generationen Heimat der Orcs gewesen waren; zurück blieb nur karger roter Boden. Die dämonischen Energien töteten die Welt nach und nach.

Aufstieg der Horde

Unter dem heimlichen Einfluss von Gul’dan und seinem Schattenrat wurden die Orcs immer aggressiver. Sie erbauten gewaltige Arenen, wo die Orcs ihre Kriegerfertigkeiten in Kämpfen auf Leben und Tod schulten. Während dieser Zeit sprachen sich die Oberhäupter mehrerer Klans gegen die zunehmende Verrohung ihres Volkes aus. Einer dieser Häuptlinge, Durotan vom Klan der Frostwölfe, warnte davor, dass die Orcs Sklaven von Hass und Wut werden würden. Doch seine Worte trafen auf taube Ohren, da stärkere Häuptlinge wie Grom Höllschrei vom Kriegshymnenklan vortraten und ein neues Zeitalter der Kriegführung und Unterwerfung verkündeten.

Kil’jaeden wusste, dass die Klans der Orcs fast bereit waren, musste aber ihrer uneingeschränkten Loyalität sicher sein. Im Geheimen ließ er den Schattenrat Mannoroth den Zerstörer beschwören, die lebende Inkarnation von Zerstörung und Wut. Gul’dan rief die Häuptlinge aller Klans zusammen und redete ihnen ein, dass Mannoroths tosendes Blut sie ganz und gar unverwundbar machen würde. Auf Betreiben von Grom Höllschrei tranken alle Klanhäuptlinge, ausgenommen Durotan, von dem Blut und besiegelten damit ihr Schicksal als Sklaven der Brennenden Legion. Darüber hinaus dehnten die ahnungslosen, von Mannoroths Wut angesteckten Häuptlinge diese Unterwerfung auf ihre ahnungslosen Brüder aus.

Die Orcs wurden vom Fluch dieses neuen Kampfrauschs verzehrt und wollten ihre Wut an jedem auslassen, der sich ihnen in den Weg stellte. Gul’dan spürte, dass seine Zeit gekommen war, und vereinigte alle rivalisierenden Klans zu einer einzigen unaufhaltbaren Horde. Wohl wissend, dass einige Häuptlinge wie Höllschrei und Orgrim Schicksalshammer nach Alleinherrschaft trachten würden, ernannte Gul’dan einen Kriegshäuptling, der als sein Handlanger über diese neue Horde gebieten sollte. Schwarzfaust der Zerstörer, ein besonders verrohter und tückischer Kriegsherr der Orcs, sollte Gul’dans Marionette sein. Unter dem Befehl von Schwarzfaust ging die Horde gegen die einfältigen Draenei vor.

Im Lauf weniger Monate rottete die Horde fast alle Draenei aus, die auf Draenor lebten. Nur eine Hand voll verstreute Überlebende konnten dem alles vernichtenden Zorn der Orcs entrinnen. Gul’dan berauschte sich an seinem Sieg und pries die Macht und die Kraft der Horde. Aber er wusste, ohne Gegner würde die Horde in ihrer nicht enden wollenden Gier nach ruhmreichen Siegen sich selbst mit endlosen internen Kämpfen zerfleischen.

Kil’jaeden wusste, dass die Horde endlich bereit war. Die Orcs waren die stärkste Waffe der Brennenden Legion geworden. Der listenreiche Dämon gab diese Erkenntnis an seinen wartenden Meister weiter, worauf auch Sargeras zustimmte, dass die Zeit endlich reif wäre für seine Rache.