Startseite / Das Tagebuch von Brann Bronze

Das Tagebuch von Brann Bronze

Das Tagebuch von Brann

Tagebuch von Brann – Teil 1 (5. Tag des Selune Frühlings)

Einmal mehr, Kameraden, bedanke ich mich für die große Ehre, die ihr mir hier zuteil werden ließet. Ich werde mein Versprechen einlösen, als Repräsentant der Entdecker-Gilde mit all meiner Kraft und all meinen Fähigkeiten die Welt und ihre grandiosen Königreiche zu erforschen. Auf meinen Reisen habe ich bereits viele wundersame Orte gesehen und allerlei seltsame Kreaturen entdeckt. Und zum Vergnügen meines Gaumens hatte ich sogar das Glück, die unterschiedlichsten exotischen Arten von Bier probieren zu dürfen, die unsere menschlichen Nachbarn im Süden brauen.

tnm_2In der Tat sind die Länder der Menschen faszinierend. Meine Reisen führten mich in einen großen Wald, der Elwynn, genannt wird, und ich muss gestehen, dass ich während der ganzen Zeit, die ich in den stickigen Eingeweiden von Ironforge verbrachte, noch nie ein Land sah, das friedvoller und grüner gewesen wäre.Wölfe und Gnolle durchstreifen die üppigen Wälder, und ich sah auch einige jener lästigen Kobolde in der Nähe von Felsklippen lauern, die diese Kreaturen so sehr schätzen. Und wir dachten, dieses Ungeziefer sei nur in unserem Königreich eine Plage! Aber trotz des mich umgebenden Friedens konnte ich eine gewisse Gefahr spüren, die in den Schatten versteckt auf mich zu lauern schien … so, als würde ein Dieb oder Halsabschneider jeden Moment hervorspringen .

Nahe der Waldesmitte entdeckte ich eine rustikales Gasthaus mit dem Namen Goldshire Inn, Hier genoss ich für ein paar Silberstücke eine Mahlzeit aus würzigem Wildbret, begleitet von einem Krug schäumenden Bieres. Ah, Kameraden, nur um dieses süße Gebräu hinreichend zu beschreiben, wäre ein ganz eigener Eintrag vonnöten! Die bodenständigen Menschen Elwynns waren großzügige Gastgeber, und ich denke, wir können davon ausgehen, dass unsere beiden Völker viele Jahre lang gute Beziehungen zueinander haben werden.

Nun, ich schon viel zu lang geplaudert. Kameraden, die Straße ruft! Ich breche wieder auf.

Tagebuch von Brann – Teil 2 (10. Tag des Selune Frühlings)

Ich grüße euch, Kameraden! Seid versichert, dass ich noch immer meine Mission, die Länder Azeroths zu erkunden, unermüdlich fortsetze. Ich habe die beschaulichen Wälder von Elwynn hinter mir gelassen und schreibe euch jetzt aus einem einsamen Land namens Westfall. Wie auch ihr hatte ich den Eindruck, dieses Brachland sei einst der grünende Brotkorb der Menschen gewesen. Zu meiner Verwunderung fand ich nur verlassene Höfe und zahllose Morgen Ackerland vor, die den Krähen überlassen waren!

Als ich einige der verlassenen Höfe besichtigte, fand ich nur wenige Andenken an die Menschen, die einst unablässig diese Felder bestellten. Ich ließ die armseligen Behausungen hinter mir und machte mich auf den Weg über die sanft geschwungenen staubigen Felder. Bald stieß ich auf die verlassene Bergarbeiterstadt Moonbrook. Sogleich stellten sich meine Nackenhaare auf – als würde ich beobachtet. Mit wohlgeübter Leichtigkeit zog ich meine Axt und bereitete mich auf einen Kampf vor. Und tatsächlich – drei Figuren sprangen aus den Schatten. Ich erfasste sofort, dass sie nur gewöhnliche Diebe waren. Purpurrote Schals verdeckten ihre Gesichter – was mich dazu verleitete zu glauben, diese seien ein Kennzeichen ihrer Bruderschaft.

Obwohl meine Gegner geschickt waren, konnte ich sie recht einfach zurück schlagen. Erst dann hörte ich das merkwürdig schwirrende Geräusch hinter mir. Ich wirbelte herum und stand einer klobigen Kreatur gegenüber, die aussah wie eine Art gigantische Vogelscheuche. Sie hatte leuchtende orange Augen und lange, rasiermesserscharfe Metallklauen. Die Kreatur, der ich den Namen Ernte-Golem gegeben habe, stürzte sich immer wieder mit einer beinahe mechanischen Unbeholfenheit auf mich.

Ich führte einen gewaltigen Schlag auf die Brust des Golems, der zu meiner Überraschung wirbelndes Getriebe und Servos an der Stelle freilegte, an der sich sein Herz befinden sollte! Da wurde mir klar, dass es mehr als meiner Axt bedürfe, um diese Monstrosität zu besiegen! Während ich mich unter einem erneuten Schlag hinwegduckte, griff ich nach meiner getreuen Muskete, die ich auf dem Rücken trage. Als die Bedrohung sich in ihren letzten Angriff stürzte, stieß ich mein Gewehr in die offene Brustwunde und drückte ab. Mit einem misstönenden Donnerschlag fiel das mechanische Biest um und verstummte.

Als ich die merkwürdige Stadt Moonbrook hinter mir ließ, machte ich mir Gedanken darüber, ob die Diebe und der Ernte-Golem die Bauern vertrieben hatten…Mit etwas Glück werde ich hierher zurück kehren können und dieses Geheimnis ein für alle Mal aufklären.
Aber jetzt ruft die Straße! Meine Reise ist noch lange nicht vorbei…

Tagebuch von Brann – Teil 3 (15. Tag des Selune Frühlings)

Seid wiederum gegrüßt, Kameraden! Meine Reise hat mich südwärts geführt, nachdem ich die bernsteinfarbenen Felder von Westfall hinter mir gelassen habe, in das reiche Dschungelreich vom Strangelthorn Tal. Gleichwohl meine vorherigen Begegnungen, vorsichtig formuliert, gefährlich waren, so waren sie kein Vergleich zu dem, was mir heute widerfuhr!

Die Rufe der tropischen Vögel und das tiefe Knurren von räuberischen Katzen schien aus allen Richtungen zu kommen, als ich tiefer in den dampfenden Dschungel eindrang. Zu meiner Erleichterung fand ich einen Strom frischen Wassers und kniete nieder, um meinen Wasserschlauch zu füllen. Als ich jedoch das kühle Nass auf meine verschwitzten Brauen rieb, bemerkte ich einen seltsamen Schatten, der sich hinter dem nahen Blätterdickicht bewegte.

Aus dem Augenwinkel konnte ich sehen, dass das Monster ein reptilartiger Jäger war, gut doppelt so groß wie ich! Aber dies berührte mich nicht so sehr wie dessen fürchterlich leuchtende Augen, die wie Zwillingssterne in einer mondlosen Nacht zu glühen schienen. Ich erstarrte zur Salzsäule, erkannte ich doch, dass dieses schuppige Monstrum ein Basilisk war! Diese vielbeinigen Jäger, deren zähnestarrenden Kiefer Plattenrüstungen zermalmen können, haben einen tödlichen Blick, der jeden, den er damit erwischt, zu Stein verwandelt.

Meine Augen ganz geschlossen haltend, zog ich langsam meine doppelläufige Steinschlosspistole. Da ich keine Zeit zum Nachdenken hatte, zog ich den Abzug durch und ließ das Monster meine zwergische Handkanone schmecken. Von dem Rückschlag der Schusses gelangte ich schnell auf meine Füße und griff nach meiner treuen Schlachtaxt. Doch als sich der Rauch meiner Pistole verzog, sah ich, dass das Biest geflohen war; ich fragte mich, ob meine bleiernen Kugeln tatsächlich dessen harte kristalline Haut durchschlagen hatten Ich kann euch versichern, dass nur meine Erfahrung im Kampf gegen solche magischen Monster mich rettete.

Unbeeindruckt von der schrecklichen Begegnung, zog ich noch tiefer in den nebligen Dschungel von Stranglethorn. Nach einer Zeit entdeckte ich etwas, das wie eine kunstvolle behauene Statue einer kapuzenbedeckten Schlange aussah. Dies war die erste Begegnung mit einer Zivilisation, die in diesem berankten Wald existierte. Aber schlichen die Wesen, die dieses seltsam Totem erschaffen hatten, etwa noch durch diese Gegend?

Meine Fragen wurden schnell beantwortet, als ich etwas erblickte, das aussah wie eine alte Ruinenstadt! Mit der Schlachtaxt in der Hand stieg ich vorsichtig in die rankenübersäten Ruinen hinab. Ich hatte kaum meinen siebten Schritt getan, als ich die tiefen gutturalen Stimmen von Trollen hörte.

Die dunkle, gebrochene Sprache erinnerte mich an die bemoosten Waldtrolle, gegen die ich im Zweiten Krieg kämpfte. Aber meine Erinnerung wurde abrupt unterbrochen, als riesige, speerschwingende Kreaturen aus den dunklen Ruinen um mich herum auftauchten. Die Dschungel Trolle sind fast acht Fuß hoch und haben die auffälligen Hörner und die ledrige Haut ihrer Vettern aus dem Wald. Aber ihre Haut hatte den Blauton eines tiefen Bergsees. Sie waren außerdem geschmückt mit komplizierten Stammestätowierungen, die entlang ihrer geschmeidigen Körper verliefen.

Stellt euch mein Glück vor, einer Horde wilder Kopfjäger zu begegnen! Gegen eine solche Gruppe konnte ich nichts anderes tun, als kehrt zu machen und in die Richtung zu verschwinden, aus der ich gekommen war. Meine kräftigen Beine arbeiteten wie Dampfkolben, als ich in die Sicherheit des Unterholzes entkam, während Speere und primitive Äxte an meinem Kopf vorbei zischten. Nach einer scheinbar endlosen Rennerei hatte ich schließlich die verfluchten Trolle im Tumult des Dschungels abgeschüttelt.

Als ich anhielt, um Luft zu schöpfen,, blickte ich zurück zum dunklen, wilden Dschungel. ich entschloss ostwärts zu ziehen…und einen möglichst großen Abstand zu den alten Trollruinen zu halten.